ALTSTETTERSTRASSE 189
Ein 1930er-Jahre-Haus bleibt – und gewinnt Zukunft.Das Mehrfamilienhaus an der Altstetterstrasse 189 ist eines von vielen Gebäuden aus den 1930er-Jahren, die heute vor der Wahl stehen: Erneuern oder ersetzen.
Hier hat man sich bewusst für den anspruchsvolleren Weg entschieden.
Ein Ausnutzungstransfer vom Nachbargrundstück eröffnete die Möglichkeit, den bisher ungenutzten Estrich erstmals zu Wohnraum zu entwickeln – ein Potenzial, das im Schweizer Bestand oft brachliegt.
Adresse: Altstetterstrasse 189, 8048 Zürich
Gebäudetyp: Mehrfamilienhaus, Baujahr 1930er
Konzept:
Wohnungen im Bestand
Energetische Sanierung unter Erhalt der bestehenden Gebäudestruktur
Verwendung von baubiologischen Materialien
Zahlbare Mieten, Wiedereinzug bestehender Mieter:innen nach Sanierung
Architektur:
AMJGS Architektur, Zürich
Bauherrenvertretung:
Tobias Moosmann, LENTOS GmbH
Baumanagement:
Daniel Baltensperger, miniti GmbH
Fotografie: Benjamin Rauber
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Anzahl Wohnungen:
5 grosszügige 3,5-Zimmer Wohnungen.
1 Familienwohnung à 7,5 Zimmer, trennbar in zwei Mal 3,5-Zimmer
1 Duplex-Wohnung für eine Gross-WG à 12 Zimmern
Gewerberaum im EG
Geschossfläche: 750 m²
Energie: Wärmepumpe mit Erdsonden und PV-Anlage
Garten:Gemeinschaftlich, mit Naturmassnahmen für viel Biodiversität.
Nisthilfen für Fledermäuse und Mauersegler.
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Ein Umbau, der Substanz, Geschichte und Zukunft verbindet.
Sorgsamer Umgang mit Originalmaterialien: Fischgratparkett, Türen, Schachbrettböden, Treppenhaus-Plättli
Ausbau des Estrichs und des 1. Dachgeschosses, zusammengelegt mit den obersten zwei Altwohnungen zu einer zweigeschossigen Grosswohngemeinschaft
Die Grundrisse bleiben flexibel und anpassbar an die Bedürfnisse. So wurden zwei weitere der ursprünglichen 3,5 Zimmer-Wohnungen zu einer grossen Familienwohnung zusammengelegt, sind bei Bedarf aber ohne viel Aufwand in zwei Wohnungen rückbaubar.
Energetische Erneuerung mit Erdsonden-Wärmepumpe, Dachdämmung, Fassadendämmung und neuen Fenstern.
Installation einer PV-Anlage (27 Module à 395 Wp) [NL1]
Stilles Gewerbe im Erdgeschoss wurde erhalten.
Der Umbau musste wegen der Tiefe der notwendigen Sanierung im Leerstand durchgeführt werden, obwohl wir versuchten, dies zu verhindern. Wir haben deshalb ein Rückkehrrecht eingeräumt für alle Mieter:innen.
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Eine gute Dämmung zu erreichen, gleichzeitig das historische Erscheinungsbild zu bewahren und die Räume nicht signifikant zu verkleinern, erforderte einiges an Kreativität. Dank unserem grossen Erfahrungsschatz und kompetenten Fachleuten als Partner konnte das sehr gut gelöst werden.
Eine gute Abstimmung zwischen qualitativ hochwertigem Bau und dem Bewahren von fairen Mieten.
Die behördlichen Regulationen sind noch immer stark auf Neubauten ausgelegt und zu wenig auf den Erhalt von Altbauten. Sie können sogar widersprüchlich sein. Dieser Umstand erforderte eine intensive Abstimmung mit Behörden, Juristinnen und Spezialistinnen.
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Ein Beispiel für die Kraft des Weiterbauens.
Erhalt grauer Energie und Minimierung von Abrissabfällen
Hochwertiger, bezahlbarer Wohnraum statt teurer Neubauten
Verbesserte Energieeffizienz und langfristige Betriebskostenreduktion
Neues Leben im Bestand – ohne Verdrängung
Ein Beitrag zu einem Stadtbild, das Geschichte und Zukunft zusammendenkt